Rückblicke vom Vereinsleben

"Grand Malheur". In der Faltenburg geht es drunter und drüber

Viel Beifall für die Spielschar der Kolpingsfamilie Abenberg, die den dreiteiligen Schwank zwischen den Feiertagen in fünf Aufführungen zum Besten gibt

ABENBERG (hi) - Zweieinhalb Stunden Kurzweil und ein begeistert mitgehendes Publikum. Einen besseren Auftakt hätte sich die Kolpingsfamilie Abenberg für die fünf Abend-veranstaltungen ihrer Theaterspielgruppe, die den dreiteiligen Schwank "Grand Malheur" von Bernd Gombold am Freitag, 4.1., und Samstag, 5.1., 19.30 Uhr, noch zweimal zur Aufführung bringen wird, gar nicht wünschen können.

  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)
  • Kolpingtheater 2012/2013 - Grand Malheur (Foto: Hiltl)

Gleich nach den einführenden Worten von Vorsitzendem Alexander Voitl und dem Signal "Vorhang auf" ging es rund auf der Bühne im Festsaal des Seniorenzentrums St. Josef. Die Laiendarsteller fesselten die Besucher von der ersten Minute an routiniert, redeten, mit rollenbedingten Ausnahmen, "wie ihnen der Schnabel gewachsen ist", ehrlich und örtlichen Dialekt eben, und wirkten dabei so realistisch, als sei's ihre eigene Lebensgeschichte. Eine Meisterleistung auch von Josef Bayer, dem Regisseur und Souffleur, der das Stück ausgesucht hat.

 

Aber eigentlich spielt das ganze Theater ja im Kur- und Wellnesshotel "Faltenburg". Dort geht es drunter und drüber. Nicht nur, weil neue Gäste erwartet werden. Jenny Stark (Stilla Hofmann), die Fitnesstrainerin, heftet am Tresen gerade Blätter in einen Ordner und Putzfrau Elli Taler (Barbara Jahn) schreibt jede Sekunde ihres Tuns in einen Notizblock, als plötzlich das Telefon läutet. Dran ist der gereizt wirkende Hoteldirektor Dr. Klaus Kowalski (Robert Gaberle), der dringend Hausmeister Hans (Jürgen Paul) benötigt. Dem sind Essen und Trinken und die Einhaltung seiner Pausen aber weit wichtiger als die Arbeit.

Schuld an dem aufgeladenen Spannungsfeld ist die Einstellung von Sabine Brändle (Stephanie Kummerer) durch den Aufsichtsrat, der neuen Verwaltungsleiterin und Controllerin, deren neu eingeführtes Arbeitszeitmanagement bei der Belegschaft alles andere als gut ankommt. Besonders aber ist sie dem Chef ein Dorn im Auge. Denn sie soll auch gewisse finanzielle Unregelmäßigkeiten aufklären, hinter denen, so wird gemunkelt, der Hoteldirektor selber stecken soll.

Weil Sabine bis über beide Ohren in ihrer neuen Arbeit steckt, kann sie sich nicht auch noch um ihren schlitzohrigen Vater Martin (Jürgen Biburger) kümmern, der um keinen Blödsinn verlegen ist. Deshalb bringt sie ihn gleich ins Hotel mit, um stets einen Blick auf ihn zu werfen. Doch der bringt mit seinen Sauf- und dreisten Extratouren nicht nur das Hotelpersonal, sondern auch neu angekommene Hotelgäste durcheinander. So die beiden, nach Erlebnissen dürstenden Witwen Eva (Sandra Seitz) und Klara (Stilla Schmidt) und die vornehme, mit etwas sonderbaren Modelmaßen ausgestattete Birgit Ballon (Bettina Weigand).

Zoff gibt es, als Martin mit seinen Kartenspielerfreunden (Daniel Kummerer, Alexander Voitl, Alexander Jahn) nach einer feucht-fröhlichen Poolparty im hoteleigenen Hallenbad auch noch sämtliche Spezialitäten aus der Küche "vernichtet".

 

Zwischenzeitlich glaubt Putzfrau Elli, als "Dame Lilly" verkleidet, sich unter den Hotel- und Kurgästen mit dem betuchten Richard Schneidermann (Jürgen Miehling) eine "gute Partie" angeln zu können. Doch der etwas naiv Wirkende hat sich in die Putzfrau Elli verliebt, was beide erst viel später begreifen.

Nun tritt der neue, "hammermäßig gut" aussehende Masseur Georg (Christian Kaußler) seinen Dienst an. Sofort ist dieser der Schwarm von Fitnesstrainerin Jenny, Putzfrau Elli und Hotelgast Birgit Ballon. Doch zum Entsetzen der drei Damen hat auch der Frisör und Kosmetiker des Hotels, der charmant umtriebige Franzose Jean-Pierre (Andreas Windisch) ein Auge auf den Masseur geworfen, den er ständig wegen irgendwelchen Wehwehchen aufsucht .

Schließlich sorgt das Erscheinen von Thomas Müller (Matthias Zeiner) für völlige Verwirrung. Er sucht verzweifelt nach seiner Mutter Klara. Wegen dessen übertriebener Fürsorglichkeit gibt es Krach mit Sabine. Doch später kommen sich die beiden persönlich näher und werden am Ende ein Paar.

Als Hotel-Direktor Dr. Kowalski plötzlich verhaftet wird - Jenny hat ihn wegen einer fiesen Intrige gegen Sabine "auffliegen" lassen - wird diese neue Hotel-Chefin und Thomas, der von Beruf Krankengymnast ist, neuer Masseur. Denn dieser setzt sich zur Überraschung aller mit Jean-Pierre nach Südfrankreich ab.

 

Für das Bühnenbild sorgte die ganze Mannschaft, für Vorhang und Technik war Daniel Kummerer zuständig, in der Maske standen Petra Martin und Kerstin Schmidt. Der weitere Dank von Vorsitzendem Voitl galt namentlich Georg Miehling und Werner Nißlein und den vielen nicht genannten Helferinnen und Helfern für ihre Mitarbeit, der Heimleitung, ganz besonders dem nicht mit Applaus sparenden Publikum und natürlich den Darstellern.  

Eintrittskarten zum Preis von 6,-- Euro sind im Vorverkauf nur noch wenige im Hofladen Hofmann, Güssübelstr. 4, 91183 Abenberg, Tel. 09178/835 (Öffnungszeiten: Donnerstag/Freitag 8-18 Uhr, Samstag 8-13 Uhr) oder an der Abendkasse zu haben. Ein Großteil der Einnahmen wird wieder einem caritativen, sozialen oder gemeinnützigen Zweck zugeführt.

 

Karlheinz Hiltl