Verabschiedung Pfarrer Stefan Brand
Der Sämann und Wanderschäfer zieht weiter
Nach 19 Jahren als Pfarrer in Abenberg wurde Stefan Brand mit einem festlichen Gottesdienst und einem herzlichen Empfang verabschiedet. Der Geistliche wechselt als Klinikseelsorger nach Neumarkt.
Die Stadtpfarrkirche St. Jakobus war am Sonntag, 6. September, bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Menschen waren gekommen, um Danke zu sagen und gute Wünsche mitzugeben.
Sichtlich gerührt begrüßte Brand die Gemeinde. „Wir haben gemeinsam Kirche und Gemeinde gelebt“, sagte er. Es sei stets um den Dienst an Gott und am Seelenheil der Menschen gegangen.
Stefan Brand wurde 1994 zum Priester des Bistums Eichstätt geweiht. Nach einer Ferienvertretung in Feucht war er Kaplan in Lauterhofen, ab 1996 in Neumarkt bei „Zu unserer Lieben Frau“ und ab 1998 Pfarrer in Kastl. Seit 2007 ist er Pfarrer in Abenberg im Pfarrverband Großweingarten–Abenberg–Spalt–Theilenberg.
Seit dem ersten September ist er am Klinikum Neumarkt als Klinikseelsorger tätig.
In seiner Predigt griff Brand die Botschaft des Evangeliums auf: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Wer aber einen anderen zurechtweisen müsse, solle dies unter vier Augen und mit Respekt tun. Denn: „Alles unter den Teppich zu kehren, ist nicht immer im Sinne einer christlichen Gemeinde.“
Er habe eine „lange Liste von Menschen“, denen er danken möchte. Statt einer Aufzählung wählte Brand ein persönliches Bild: Er stammt aus einer Bauernfamilie mit dem Hausnamen „Schäfersbauer“. Er sehe sich als Hirte, aber auch als Sämann, der versucht habe, etwas wachsen zu lassen. Doch auch ein Wanderschäfer müsse weiterziehen. „St. Jakobus hat mich vor 19 Jahren hierhergeschickt“, so der Seelsorger. „Ich bin sicher, er wird mich auch weiter auf meinen Pilgerweg begleiten.“
Beim Empfang in der DJK-Halle zeigte sich, wie eng Brand mit Abenberg verbunden ist. Straff moderiert von Claudia Leikam überbrachten Vertreter von Stadt, Kirche, Feuerwehr, DJK, Frauenbund, Realschule, Caritas, Chören und Pfarrgemeinderat Grüße. Bürgermeisterin Susanne König dankte für sein segensreiches Wirken und überreichte ihm die Gewandnadel der Stadt. Die evangelische Pfarrerin Friederike Töpelmann würdigte die gute Ökumene; für die Feuerwehr sei Brand „auch Kamerad gewesen“, so die Vorsitzende Bettina Weigand.
Der MGV Frohsinn Wassermungenau brachte fünf Lieder mit, darunter ein persönliches Lieblingsstück des Pfarrers. Humorvoll wurde es beim Spiel „Aufgstanden is“, bei dem unter anderem sein kreativer Umgang mit Terminen, sein beherzter Fahrstil und die gelegentlich verlorenen Fäden in seinen Predigten augenzwinkernd aufs Korn genommen wurden.
Auch die Geschenke spiegelten die Verbundenheit wider: Die Ministranten überreichten ein Pilger-T-Shirt, vom Pfarrgemeinderat gab es ein kunstvoll geklöppeltes Pilgerbild. Am Ende standen keine großen Worte mehr im Mittelpunkt, sondern ein gemeinsamer Wunsch für den weiteren Weg. Mit „Möge die Straße uns zusammenführen“ verabschiedete die DJK-Blasmusik Pfarrer Stefan Brand.
Der Wanderschäfer zieht weiter – aber er hat seine Spuren in Abenberg hinterlassen.
Text und Fotos: Maria Mohr

