Rückblicke vom Vereinsleben

40ster "Kärwabämm" vor dem DJK-Sportheim

"Kärwaboum" feierten Jubiläum - Abmbercher Madli gewinnen gegen Kärwa-Boum

ABENBERG (hi) - "Oh Kärwa lou net nouch!" - Bei den "Kärwaboum" herrscht vielerorts am dritten Oktoberwochenende (= "Allerweltskärwa")  Ausnahmezustand. Die Pflege des Brauchtums wird ernst genommen. So auch in Abenberg. Zum 40sten Male wurde heuer ein "Kärwabämm" auf dem DJK-Sportgelände aufgestellt. So ein "Jubiläum" erfordert viel Vorbereitung, bis es zum eigentlichen "Event" kommt.

 

Diesmal haben die "Oberkärwaboum" Michael Schübel und Jörg Friedrich das "Jubiläum" zum Anlass genommen, alle "Kärwaboum", auch die altgedienten, für Freitagabend zum "Gasthaus zur frischen Quelle" am Unteren Tor einzuladen, um gemeinsam in das Sportheim zu ziehen. Allen voraus marschierte die DJK-Blasmusik.  

Stolz streckten die Ehemaligen ihre Hälse, damit auch jeder am Straßenrand das rote Halstuch auf noch weißem Hemd zur Bluejeans sah, das Erkennungsmerkmal für einen "Kärwabou". Fast fünfzig waren es mit den aktuellen. Und alle grinsten bis über beide Ohren. Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wurden wach... ("oh Kärwa, lou net nouch!"). Im Sportheim angekommen, ließ eine vorbereitete Fotoschau "39 Jahre Kärwaboum" Revue passieren. DJ Roland sorgte für musikalische Abwechslung.  

 

Herrlicher Sonnenschein begrüßte die "Kärwaboum" am frühen Samstagmorgen. Schnell noch wurde der "Kärwawogn", auf dem die "Kärwa"-Musiker Platz nahmen, mit Laub geschmückt, ehe im Staatswald der "Jubiläums-Kärwabämm" abgeholt wurde. "32 Meter lang" schätzte der spätere Kommandant Markus Hofmann augenzwinkernd. Trotz seiner Mächtigkeit wurde der Baum mit dem Traktor ohne Probleme durch die Gassen der Stadt gezogen, nur unterbrochen durch kurze Stopps an bekannten Zielen. Nur "zur Stärkung des leiblichen Wohls", versteht sich...

Nachmittags um vier wartete bereits eine ganze Menge Menschen an der Bordsteinkante der DJK-Sportheim-Zufahrt, die Zeuge des Spektakels "Kärwabämm"-Aufstellen werden wollten. Und das klappte pünktlich und alles ganz unaufgeregt wie am Schnürchen. Die 18 Musiker der DJK-Blasmusik signalisierten mit dem "O Tannenbaum": Jetzt kann "eingegossen" werden. Für die Wirtsleute Jorgo und Maria, die über die "Kärwa" wieder Unglaubliches leisteten, hieß das: "Pizzen Marsch!".

Heuer ließen die Musiker ihrem Einsatz rasch ein "Happy Birthday" folgen. Und das galt gleich zwei Geburtstagskindern: Dem "Kärwabämm" zum 40sten und "Kärwa-Bou" Sebastian, dem musikalischen Leiter. Sein Alter allerdings wird nicht verraten. Am Abend sorgten dann die "Almduudlaa" aus der Oberpfalz für ausgelassene Stimmung.

 

Ein Gaudi-Fußball-Turnier mit neun Paarungen dominierte das Geschehen am Sonntag. Rummelbuben, Tennis, Böördy und Jugend bildeten die Gruppe eins, die Abmbercher Madli, der Stammtisch Karre und die Stenzn die Mannschaften der Gruppe zwei. Im Finale setzte sich die Jugend mit 1:3 n. N. gegen die Rummelbuben durch. Die Attraktion allerdings war die Zugabe: Die Abenberger Madli "vernaschten" die Kärwaboum mit zwei Toren Vorsprung. Nach reichlich Applaus gaben sie dem lautstarken Wunsch der Zuschauer nach und tauschten mit großem Hallo auch noch die Trikots.

 

Am "Kärwa-Mondooch" könnte das DJK-Sportheim die doppelte Stuhlzahl vertragen, so drängen sich da jedes Mal die "Kärwa-Besen". "Weißwurscht"-Frühschoppen stand zwar auf dem Programm. Kein Hindernis für manche, den Frühschoppen bis Mitternacht auszudehnen. Natürlich gab's wie gewohnt eine Versteigerung von "Kärwascheibe", "Kärwabämm", "Kärwabetz" und "Kärwadiesch". Und plötzlich war doch alles vorbei. "Oh Kärwa, lou nouch!" 

 

Karlheinz Hiltl